Televersa Online – Schuld haben die Anderen

Gerade eben stolpere ich über eine Pressemitteilung von meinen lieben Freunden bei Televersa Online.

Man nimmt gleich zwei mal Stellung: Zum einen wird bestätigt dass man die Wimax Lizenzen zurückgegeben hat, zum andern antwortet man auf einen Beitrag der C’t und beklagt sich in einem zu den von der C’t beschriebenen Sachverhalten nicht befragt worden zu sein und somit auch keine direkte Stellungnahme habe abgeben können.

Nach meinen einschlägigen Erfahrungen mit TVO ging dort vermutlich nur wieder das Fax nicht, das andere Fax auch nicht, war keiner mehr da, war einer da aber hat vergessen Bescheid zu geben dass jemand eine Frage gestellt hat.

Aber nun zur PM:

Die Rückgabe der Wimax Lizenzen begründet TVO so:

Die Inhaber der WiMAX-Lizenzen müssen laut Bundesnetzagentur innerhalb einer Region bis Ende 2009 etwa 15 Prozent der Gemeinden und bis Ende 2011 etwa 25 Prozent der Gemeinden versorgen. Eine Verpflichtung, der Televersa aufgrund mangelnder Nachfrage nicht nachkommen kann.

Das ist in soweit seltsam als dass TVO bisher immer erklärt hatte dieses Ziel früher zu erreichen und von mangelnder Nachfrage konnte man auf der Webseite bisher nichts lesen:

Seit der Ersteigerung der WiMAX-Lizenzen für Niederbayern und die Oberpfalz im Dezember 2006 hat das Unternehmen bereits über 100 Funkbasisstationen im Lizenzgebiet sowie in Teilen Oberbayerns errichtet. Mit dem damit geschaffenen Versorgungsgebiet ist die Televersa Online GmbH auf dem besten Weg, die von der Bundesnetzagentur vorgegebenen regulatorischen Ziele vorzeitig zu erreichen.

Ich glaube auch nicht dass die Nachfrage so gering war, die haben es einfach versaut. Hier waren genügend Kunden die sie alle wieder verloren haben. Versprochener Netzausbau kam über Monate und Jahre nicht, dort wo ausgebaut wurde ging es nicht, dann kamen aber Wettbewerber mit funktionierender Technik in die gleichen Gebiete (nur leider hier bei uns noch nicht 🙁 ).

Gleichzeitig beschwert sich TVO dass der Bund zwar die Lizenzen versteigert habe, zuvor aber nicht die technischen Voraussetzungen geprüft habe:

Die Televersa hat wie erwähnt, 2006 eine WiMAX Lizenz erworben. Es wurde daraufhin ein Backbone mit über 200 Richtfunkstandorten errichtet. Es stellte sich sehr schnell heraus, daß die Bundesnetzagentur zwar eine Lizenz verkauft hat, ihrerseits aber nicht geprüft hat ob die dazu gehörende Technologie auf dem Markt verfügbar und auch einsetzbar ist.
Es dauerte bis Anfang 2008 bis die Geräte im Frequenzbereich 3,4 bis 3,6 GHz effektiv nutzbar waren. Eine Versorgung wie sie ursprünglich angedacht war, ist jedoch bis heute nicht 100%ig möglich. Die Anzahl der Anschlüsse, die Ausrichtung der Antennen, die Überlagerung von Sektoren, die Verteilung von Bandbreiten lässt eine kostengünstige Versorgung von Flächen gar nicht zu.

Das hättet Ihr wohl besser mal selber prüfen sollen… bevor ich was kaufe schaue ich auch ob’s nutzbar ist, gell. Als UMTS Lizenzen versteigert wurden war es wohl genau so – eine Idee ohne Technik (die dann aber wenigstens nach und nach kam). Da hätte man aber schon was draus lernen können. Normalerweise erstellt man auch eine Machbarkeitsstudie bevor man investiert. Und wie man hört funktioniert es ja nun auch bei dem ein oder anderen Wettbewerber.

Den ganzen traurigen Text findet man zurzeit hier.

Kommentar verfassen