Milliardengräber

Mit einigem Entsetzen schaue ich zu wie unsere lieben Politiker im Vorwahlkampf unser hart verdientes Geld nur so um sich schmeißen.

Erst werden Banken gestützt, dann Unternehmen die sich teils  leichtfertig in Schwierigkeiten gebracht haben, dann solche die sich seit Jahren jeglicher Sanierung erfolgreich verweigern.

Bei Opel mag ich ja noch irgendwie daran glauben dass der Laden irgendwann wieder einigermaßen rund läuft, aber kaum hat man denen Geld in den Hals geworfen such die Herren, vornehmlich von der SPD, schon nach dem nächsten Loch in dem man Milliarden versenken könnte.

Ja, bei Arcandor arbeiten über 50.000 Menschen, einige davon kenne ich sogar. Früher habe ich das Unternehmen auch mal als Kunden betreut und ich glaube man kann sicher sagen dass der Laden nicht erst seit der jetzigen Krise in Schwierigkeiten steckt.

Begonnen hat doch alles vielmehr als einige Gescheite auf die Idee kamen den Karstadt Konzern mit der Quelle AG zu vereinen. Was ja auf dem Papier sogar noch Sinn gemacht hätte, nur dass man die daraus entstehenden Synergien und Einsparpotentiale in keiner Weise genutzt hat.

So blieben bis zum Schluss (ich rechne mal Neckermann mit rein weil die ja bis vor kurzen noch zum Konzern gehörten) stolze drei Einkaufsbereiche mit zig Untergruppen zu den drei Vertriebswegen Karstadt, Quelle und Neckermann – dabei verkaufen die alle fast das gleiche Zeug! Allesamt mit gut verdienenden Direktoren und Vorständen ausgestattet (die einige Annehmlichkeiten genießen). Dazu drei Warenlager, drei Versandzentren, Rechenzentren, Buchhaltungen usw. Vor etwa 15 Jahren wollte man alles zusammenlegen, zumindest da wo es Sinn macht. Getan wurde aber nichts. Die Onlineshops von Arcandor sehen so gruselig aus dass wohl nur ältere Kunden dort shoppen, gleichzeitig sterben Arcandor aber die Kunden weg, denn die Jüngeren kaufen schon lange woanders.

Viel zu lange hat man vom hohen Ross herab geschaut und als man denn endlich begriffen hatte dass die Wettbewerber ernst zu nehmen seien war es auch schon zu spät.

Warum sollte man also dort weitere Milliarden versenken ohne dass erkennbar Einsparungen vorgenommen würden?

Wie alle anderen Steuerzahler muss ich hart für mein Geld arbeiten, dass ich Geld durch die Krise verloren habe interessiert den Staat auch einen Dreck, nicht zu denken an die ganzen kleineren Unternehmen denen das Wasser bis zum Hals steht und die auch keine Hilfe bekommen.

Mir tut jeder Leid der seinen Job verliert, aber nur um Wahlstimmen zu kassieren darf nicht einfach so mit dem Geld anderer Leute um sich geschmissen werden. Ich glaube jedenfalls nicht dass die Banker, Opelaner und Arcandor Mitarbeiter die dann irgendwann anstehenden Steuererhöhungen (irgendwie muss das ganze ja auch mal gegenfinanziert werden) aus reiner Dankbarkeit selbst übernehmen.

Vernünftige Wirtschaftpolitik sieht meiner Meinung nach jedenfalls anders aus und meine Solidarität hat hier mittlerweile sehr deutliche Grenzen.

2 Gedanken zu „Milliardengräber“

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