England at night

Eigentlich müsste es Reading at night heißen, ein Vorort von London wo ich die letzten Tage und Nächte verbracht habe.

Reading ist eine typische englische Stadt, etwas dreckig, kleine Geschäfte mit orientalischen Namen und Inhabern.

Abgestiegen sind wir (beruflich) im Malmaison, einem für englische Verhältnisse günstigem Hotel das noch nicht ganz so abgefuckt ist wie die alten eingesessenen Hotels am Ort.

Gestern Nacht war in der benachbarten Bar wohl Punkrock Night. Direkt unterhalb meines Fenster dröhnte Punk Musik bis in die frühen morgenstunden.

Hab ja kein Problem damit, wenn ich nciht seit drei Tagen in recht langatmigen Besprechungen sitzen würde die echt anstrengend sind und wo man froh ist wenn man mal schlafen kann – zumals man am nächsten Tag ausgeschlafen sein muss.

Um die Musik wegzuhaben schaltete ich den Fernseher ein. Gibt da leider nur sechs Kanäle, allesamt aus England. Ich werde mich aber nun nie wieder übers Dschungelcamp beschweren, denn da laufen noch seltsamere Sachen.

Auf Channel 4 verfolgte ich kurzfristig “The joy of teen sex”, eine Sendung für Teenager die quasi aufgeklärt werden sollen, auf mich aber irgendwie so sehr grotesk wirkte dass ich vor lachen fast aus dem Bett fiel. Da wird nix versteckt und so durfte der Zuschauer mit ansehen wie einem jungen Engländer die Hoden abgetastet wurden weil er Angst hatte krank zu sein – sein Sperma sah für ihn seltsam aus. Stellte sich aber heraus dass er das mit einem Porno verglichen hat und die Dame die vorher noch seine “Balls” betastete erklärte ihm dann auch fein den unterschied Film / Wirklichkeit.

Dann wurde ein junger schwuler beraten, der hatte Angst vorm ersten mal. Dem wurde Gleitcreme gegeben, erklärt wie man sie benutzt und ein Sextoy für den Hintereingang verabreicht damit er üben könne.

Die Krönung aber war “in Bed with (Name vergessen der da Stand”, hier ist ne junge Reporterin unterwegs um – keine Ahnung was sie eigentlich macht, sie stand zumindest in einem Piercing Studio, man zeigte Bilder von Vaginal Piercings und dann…. kam ein Kerl vorbei, so gerade 18 denke ich, und bekam einen Prince Albert verpasst. Vor der laufenen Kamera, Reporterin und der zuschauenden Nation.

Ich weiß jetzt dass das offenbar ziemlich weh tut und ich es mir auch nicht zwingend anschauen möchte wenn sich jemand da piercen lässt.

Da hab ich doch lieber weiter Punkrock gehört, war besser als das Gejammere des Gepierceten….

Ein Gedanke zu „England at night“

  1. Also erinnere mich in Bezug auf Reading an meinen Urlaub und das Festival was wir besucht haben. Eine tolle Umgebung, ein tolles Publikum und vor alle dem Bands, die ich an einem Wochenende zuvor noch nie gesehen hatte. Ob ich noch mal hinfahren würde, kann ich so nicht sagen. Ohne den Festivalbesuch wahrscheinlich nicht.

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