Dienstag 20. November 2007 um 12:26 von frank
Umstellungen in der IT sind oft komplexe Dinge. Schwierig wird es insbesondere dann wenn viele Kunden einzubinden sind die von den Önderungen betroffen sein könnten, in solchen Fällen bedarf es einer guten Vorbereitung und Kommunikation.
Ein Mustergültiges Beispiel wie man es so richtig in den Sand setzen kann hat gerade die DKB Bank gezeigt.
Dort wurde neben dem eigentlichen Internetbanking (via Webbrowser) und der Einführung des iTAN Verfahrens zum 01.10 auch das gesamte HBCI Onlinebanking umgestellt (offensichtlich gestern).
Während es zu den ersten beiden Punkten noch eine gute Kommunikation gab wurde das Onlinebanking ohne jede Info an die Kunden verändert.
Die (Banking) Software meldete in der Regel dass das Ziel nicht erreichbar war und das war.
Wer Glück hatte konnte über die Servicehotline (die leider für den gesamten Bankbetrieb gilt) an das Onlinebankingserviceteam gelangen, aufgrund der Vielzahl der Anrufe gestaltete sich das aber wohl eher schwierig.
Wer die Wartezeit nutzte konnte unter einem recht gut versteckten Punkt auf der normalen DKB Seite Hinweise zum einstellen der Finanzsoftware finden. Da muss man auch drauf kommen an dieser Stelle zu suchen und dann auch zu verstehen dass es was zu ändern gibt!
Man musste aber in jedem Fall die Hotline bemühen denn die Benutzerkennungen waren verändert worden (und die HBCI Adresse die man jedoch in der Anleitung fand).
Aber man war beim Service vorbereitet: Die DKB hatte alle Nutzer in einer gedruckten Liste vermerkt. Jawohl. Nach Namen sortiert. Nicht im PC, gedruckt. Super. Auf die Frage warum man denn die Umstellung nicht wie den anderen Kram einfach an die betroffenen Kunden kommuniziert habe die erstaunliche Antwort:”Wir wissen ja nicht mit welcher Software Sie arbeiten und wir glaubten dass die Banking Programme sie darauf hinweisen würden”.
Aha. Glaube ist in der Kirche gut aufgehoben, in der IT sollte man sich aber eher auf wissen beschränken. Und erklärt in diesem Falle leider auch nicht warum nicht auf Veränderungen hingewiesen wurde. wie man die Önderungen durchführt ist ja dann noch mal ein anderer Schuh.
Aber egal, wer nicht das Pech hatte eine falsche Kennung genannt zu bekommen konnte dann probieren wie von der DKB beschrieben die Daten in der Software zu ändern.
Viel Erfolg dürften dabei zumindest die Quicken Nutzer nicht gehabt haben, die Anleitung war nämlich falsch.
Wer dann wieder die Entbehrung auf sich nahm und den Service anrief, eventuell durchkam, wartete und mit einem Mitarbeiter sprach stellte rasch fest dass die Hotline außer in Listen nachzusehen offenbar für nichts weiteres geschult war bzw. ebenso falsche Infos erhalte hatte. In diesen Fällen wurde aber wenigstes ein Rückruf von den “Fachleuten” versprochen. Der vermutlich wegen nicht unerheblicher Auslastung recht lange auf sich warten lassen dürfte. Ich zumindest warte schon seit 09.00 Uhr vergeblich.
Toll gemacht, DKB.