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Die sind doch nicht blöd

Die Financial Times Deutschland schreibt heute in ihrer Internetausgabe über die Vorgehensweise prominenter Unternehmen gegen unliebsame Webseiten.

Manche Firmen sind so auf ihre Außenwirkung bedacht, dass sie gegen missliebige Blogger und Autoren vorgehen. Ihr Hebel: das Unternehmenspersönlichkeitsrecht. Die Allzweckwaffe der deutschen Medienanwälte steht in keinem Gesetzbuch.
[…]
Wenn Künstler, Blogger oder Journalisten ein Unternehmen kritisieren, veralbern oder einfach nur Unerwünschtes berichten, wird die Waffe hervorgeholt. Ihr Name: Unternehmenspersönlichkeitsrecht.

Als Beispiel wird unter anderem der Streit zwischen Rainer Kohnen vom Blog Media Blöd über den ich hier auch schon berichtet habe.

Für alle die auch mal kritische Anmerkungen im Internet loswerden wollen ein überaus lesenswerter Artikel, verfasst von Kristina Allgöwer.

Staatsanwalt ermittelt wegen Sex mit virtuellen Kindern bei Second Life

Wie heute u.a. der Spiegel Online berichtet ermitteln deutsche Behörden wegen verbreitung von Kinderpronographie in der virtuellen Welt „Second Life“.

Zwar dürfen Minderjährige offiziell nicht in die virtuelle Welt einsteigen, aber erwachsene Spieler können sich Avatare, also Spielfiguren zulegen, die jede beliebige Form haben – auch die eines Kindes. „Age Play“ wird im internen Jargon die abseitige Praxis genannt, bei der sich Erwachsene mit Kinderavataren anderen Erwachsenen als virtuelle Sexualpartner zur Verfügung stellen.

Angeblich wurden Nutzern des Dienstes echte Kinderpornos angeboten.

Was ich bisher nicht wusste ist dass man auch für „virtuellen Kindesmissbrauch / Pornographie“ verfolgt bzw. bestraft werden kann. So krank das alles auch sein mag (und ich wünsche jedem Kinderschänder dass man ihn an seinen Weichteilen aufhängt), wo ist der Unterschied zu einem virtuellen Mord?
Zudem, die virtuellen Charaktere haben gar keine Sexualorgane, das ist wie bei Barbie und Ken oder den Playmobilfiguren… und echte Kinder / Jugendliche dürfen bei Second Life gar nicht rein, es ist dort also wirklich ein sehr, sehr theoretischer Mißbrauch (und trotzdem ekelhaft, aber deswegen auch verboten?)!

killerspiele mal wieder

die Bluttat zweier Jugendlicher in Tessin lässt die Phantasie der Presse und der Politiker in ungeahnte Kreativität steigen.

wie bei jeder Bluttat von jugendlichen werden die beliebten „killerspiele“ als mögliches Motiv herangezogen und sehr gerne der Kriminologe Christian Pfeiffer zitiert. in diesem Fall soll es „final Fantasy VII“ gewesenes sein. das ist zwar Überhaupt kein gewalttätiges spiel sondern gehört zu den Fantasy Rollenspielen, das tut aber für eine reißerische Berichterstattung nichts zur Sache. ich glaube eher dass Herr Pfeiffer ein grundsätzliches Problem mit Jugendlichen und den neuen Medien hat, aber das ist nur meine Meinung.

man merkt deutlich dass die Artikel bei msn mittlerweile zum Teil von Springer Leuten geschrieben werden. keine Ahnung aber dafür laut…

operation mikado / muss ich mir gedanken machen?

die Netzwelt steht ja gerade quasi Kopf. nachdem bekannt wurde dass mehrere millionen deutsche Kreditkarten abgefragt wurden um Nutzer einer Kinderpornoseite zu fassen Überschlagen sich die Diskussionen in der Presse und im Web ob man so fahnden darf und wo das alles hinführt.

neben der sehr emotionalen Diskussion mit ethischem Hintergrund -natürlich gehören Pädophile alle an den Eiern aufgehängt – packen speziell Rechtsanwälte die rechtliche keule aus. viele befürchten eine Aushöhlung des Datenschutzes und den damit verbundenen gläsernen Bürger.

es ist natürlich der Job der Anwälte das Recht zu verteidigen (oder so zu biegen dass es halt irgendwie passt), zumeist scheint mir aber die ganze Sache etwas zu einer Marketingkampagne zu verkommen.

anstatt einzeln klagen einzureichen wäre es, finde ich zumindest, sinnvoller gemeinsam vorzugehen. das wäre nicht nur billiger sondern würde vermutlich auch Kapazitäten bei den Behörden schonen. die meisten der jetzt klagenden Anwälte beklagen nämlich auch sehr gerne in ihren Blogs die Langsamkeit des Rechtsapparates…

aber wie so oft ist das nur meine Sicht der dinge

olympischer bund: die blogger gegen den abmahnwahn

wie in einigen Blogs sowie der Presse zu lesen war gibt es ein rechtliches Scharmützel zwischen dem saftblog und den Anwälten des DOSB. diese haben, kurz gefasst, das saftblog bzw. den Betreiber des Blogs, die Firma Walthers (ein Safthersteller) wegen Nutzung des olympischen Symboles abgemahnt.

das saftblog hatte einen sehr guten Artikel geschrieben dessen Thema der olympische Gedanke war und dazu die olympischen ringe abgebildet. Grundlage für die Abmahnung scheint ein fragwürdiges Gesetz zum Schutze der olympischen Symbole zu sein gegen das jetzt – und deswegen schreibe ich das überhaupt noch- eine Petition zur Abschaffung des Olympiaschutzgesetzes eingereicht wurde.

um dem Abmahnwahn entgegenzutreten und damit ein Zeichen der Blogszene zu setzen kann ich nur alle Leser bitten sich dort zu registrieren. letztlich ist das nichts anderes als eine digitale Unterschriftenaktion die hoffentlich Wirkung zeigt.

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