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Tiere, Tierschutz, alles was irgendwie damit zu tun hat kommt hier rein

künstliches Hüftgelenk beim Hund

Die Adoption meines zweiten Hundes Buddy zog leider auch eine ziemlich große Herausforderung mit sich. Sofort nachdem er aus seiner Transportbox kam war klar, irgendetwas stimmt nicht mit seinem Gangbild, sein linkes Hinterbein war wesentlich stärker als das Rechte usw.

Untersuchungen bei Tierarzt ergaben schnell, dass er als sehr junger Hund einen Oberschenkelhalsbruch hatte (woher der kam kann man nur spekulieren) welcher dann unbehandelt blieb und entsprechend schief ausheilte. Dies führte dann im weiteren Wachstum auch zu einer Fehlstellung der Hüfte mit entsprechenden Problemen.

 

Ich möchte hier ein wenig Orientierung geben was bei eine Hüftgelenk so auf den Halter zukommt.

Buddy  ist eine Kontinentale Bulldoge, 35kg schwer und gut über 65cm in der Schulter. Kein kleiner Hund jedenfalls, ein stolzer Rüde, er kam mit knapp 2 Jahren zu uns aus einer Tötungsstation in Portugal.

Die Untersuchungen haben wir zunächst bei lokalen Tierärzten machen lassen, als klar wurde dass es etwas größer wurde als gehofft haben wir die Tierklinik Anicura in Augsburg aufgesucht, einer der Ärzte dort ist u.a. auf Hüften spezialisiert. Die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich ganz wesentlich von einem normalen Tierarzt, auch sind die dortigen Gerätschaften zum Röntgen auf dem letzten Stand der Technik.

Grundsätzlich gibt es mehrere Verfahren die man beim Hund anwenden könnte diese sind hier ganz gut beschrieben (unten bei den Behandlungsformen).

Aufgrund des Gewichtes und der Belastung des gesunden Beines kam beim Buddy leider nur ein künstliches Gelenk in Frage.

Der behandelnde Arzt in der Klinik hat sich im Vorfeld mit dem Schweizer Hersteller der Gelenke ausgetauscht und dann war es im Herbst 2018 soweit: Buddy wurde operiert.

Die doch kompliziertere OP verlief für ihn gut, leider ist bei ihm ein Stück des Oberschenkels gebrochen und musste mit einer Platte repariert werden, das Gelenk musste eine Nummer kleiner eingebaut werden da es nicht in den Knochen passte (das war wohl eine folge des Oberschenkelhalsbruchs als Junghund) und ist eigentlich für ihn mit seinem Gewicht zu klein. Am nächsten Tag durften wir den sichtlich angeschlagenen Patienten aber wieder nach Hause holen.

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Und hier beginnt dann der Aufwand….

Der Hund muss 6 Wochen absolut geschont werden, darf nur wenige Minuten gehen und muss dabei unterstützt werden. Den Rest soll er ruhig liegen, darf keinesfalls fallen usw.

Also, was tun – wir haben ein Kaninchenfreilaufgehege im Wohnzimmer aufgebaut und ihn da rein gelegt. Die sind oben offen, begrenzen aber den Raum zu den Seiten hin.

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Die erste Nacht war schlimm. Mein Nachtlager war –für die nächsten Wochen- das Sofa, Hund wimmerte, bekam Medikamente und war inkontinent.  Ständig aufstehen, beruhigen, wir haben Hundewindeln eingesetzt damit er da rein pieseln kann. Oh Mann.

Über die Tage spielte sich das ein, Inkontinenz blieb, aber zum Haufen machen wurde er rausgeführt. Dafür haben wir eigens Stützgeschirre gekauft, damit hebt man quasi das ganze Hinterteil an damit es nicht belastet wird. War aber auch so ne Sache, so richtig wollte er so nicht machen….

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Aber es wurde besser, von Tag zu tag. Er durfte dann auch jeden tag 5 Minuten die Straße hoch und runter, jede Woche 5 Minuten mehr. Das war anstrengend – für den Hund und uns, vor allem weil wir ja noch eine Hündin haben die immer querschoss.

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Nach 6 Wochen dann die Nachuntersuchung. Röntgen, anschauen, anfassen usw. Alles ok soweit, danach begann die Behandlung mit Physiotherapie, u.a. Wasserlaufband.

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Heute ist er weitestgehend gesund, klar er humpelt etwas weil das Becken schief ist und das Gelenk ist etwas zu klein, da müssen wir ihn etwas einbremsen. Aber sein Leben hat Qualität, das war ja das Ziel, er soll ja noch Spaß am älter werden haben.

Wir achten auf sein Gewicht, ausreichende Bewegung und dass er nirgends wild runterspringt und sind dankbar, dass es ihm gut geht.

Was hat das alles gekostet:

Zeit und auch viel Geld…

Zeitlich waren wir 6 Wochen gebunden, 4 davon mit schlafen auf dem Sofa und rund um die Uhr Betreuung. da geht dann entweder der Urlaub drauf oder, so hab ich das gemacht, man lässt sich selbst auch operieren und ist dann auch daheim (beim mir war es die Schulter, das ging sich zeitlich gut aus). danach dann halt die Zeit für die Physio usw, aber das hält sich in Grenzen.

Geld:

Alleine die OP verschlang gut über 4000 Euro, dazu nach die Vor- und Nachuntersuchungen, Hilfsmittel die man so braucht (Windel, Stützen usw) sowie die Physiotherapie brachten uns auf über 5700 Euro – die keine Versicherung übernimmt.

Das war es uns aber Wert, irgendwer muss ja helfen, so ist halt der Urlaub ausgefallen (und einiges anderes), zudem hatten wir das große Glück durch Spenden fast 3500 Euro zu bekommen – eine wirklich bewegende Erfahrung, haben wir doch in der Vergangenheit immer anderen geholfen und selber gespendet, so haben dieses mal uns Menschen geholfen die wir zumeist nicht mal kannten.

Auch ohne die Spenden hätten wir es ganz sicher gemacht (als wir die Behandlung gestartet haben war uns das mit den Spenden völlig unbekannt), jeden Tag wenn wir ihn anschauen wissen wir, das wir alles richtig gemacht haben.

Leben mit den Bestien oder der gelebte rassismus

Wenn man wie ich zwei bösartige Hunde hat dann sieht man sich quasi täglich Ängsten, Anfeindungen, Unterstellungen, Gerüchten und sogar Aggressionen ausgesetzt.

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Einige Halter von “Kampfhunden” mögen das ja durchaus gut finden weil es irgendwelche persönlichen Defizite ausgleicht, als normaler, verantwortungsvoller Hundehalter der seine Tiere liebt ist es aber eher ein unschönes Erlebnis.

Dank der Medienberichterstattung (falls man das so nennen kann) haben viele ein sehr beschränktes Bild im Kopf wenn sie auf unsere Hunde treffen.

Dass die Straßenseite gewechselt wird ist noch die harmloseste Variante, gerne begleitet von einem “Oh Gott” oder so.

Menschen mit Kindern zerren diese sofort weg, wobei die Kinder in der Regel aber völlig unvoreingenommen sind und keine Angst zeigen, die sind noch nicht durch die Medien versaut.

Am schlimmsten sind aber zumeist die, die selber Hunde haben (und am allerschlimmsten die, die sich dann bei FB für Tierschutz einsetzen und so Statements abgeben wie “das Problem ist immer am anderen Ende der Leine”). Das gilt nämlich nur im Internet, nicht aber wenn man sich im echten Leben begegnet.

Positiv sind aber dann zumeist ältere Menschen, die sehen oft einfach nur einen Hund.

Triffst Du bei Gassi gehen auf andere Hundehalter hast Du zumeist zwei Phänomene:

1. Panik, Richtung wechseln, das weite suchen.

2. sich um gar nix kümmern und die zumeist  nichthörende Töle mal fix auf unsere Hunde zu rennen lassen (der macht nix).

Beides tolle Erlebnisse. Den einen würde ich gerne zeigen, dass unsere gut erzogen sind und nichts machen (wobei wir sie bei fremden Hunden gerne auch erst mal mit Maulkorb spielen lassen, was den einfachen Grund hat dass man in die Tiere nie reinschauen kann und ich ja den anderen Hund nicht kenne. Wenn der plötzlich beißt kann es schnell hektisch werden, der andere Hundehalter überreagiert und schon hast du den Salat (und bist am Ende eh an allem Schuld).

Bei den anderen ist es schlichtweg Leichtsinn. Das Tier kennt oft keine regeln, rennt kläffend auf zwei mächtige Hunde zu und der Halter lacht und freut sich. Dass der ach so freundliche Hund aber Aggression zeigt weiß er nicht. Oder dass ihm jegliche sozial Kompetenz abgeht.  Dass meine Hunde an der Leine auf Aggressionszeichen nervös reagieren will er auch nicht hören.

Auch da bist du der Depp wenn der macht ja nix Hund mal sehr deutlich angebellt wird und die Hunde zeigen, dass sie das nicht leiden können.

Weil dem so ist machst du vieleicht  irgendwann selber nen Bogen um die Leute, kommt ja eh nix Gutes bei rum. Was wiederum den anderen sagt dass die Hund gefährlich sein müssen. Ein Teufelskreis.

Wenige sprechen dich an, fragen was das für Hunde sind und ob sie gefährlich wären.  Die, dies es tun sind meist überrascht. Einige glauben dir aber dann trotzdem nicht. Aber sie haben zumindest gefragt.

Was besser ist als die, die nur rumerzählen. Man hat die Hunde mit Maulkorb laufen sehen, also sind sie gefährlich. Oft sind sie sogar 20180721_104543701_iOSohne, ob das denn erlaubt ist? Hey, wir trainieren die Hunde mit Korb, ab und an müssen sie den ja tragen und da ist es besser wenn sie es kennen…. Dass die einen Test bestanden haben und keine Auflagen haben? Unvorstellbar für viele.

 

Auch für die selbsternannten Tierschützer und Hundefreunde. Kampfhunde sind super, keiner wird aggressiv geboren, Free Chico und so.  Es sei denn die wohnen in der Nachbarschaft. Dann ist es was anderes. Meine Nachbarin hat gleich mal das Ordnungsamt verständigt weil sie sich nicht mehr in den Garten traut wegen meiner “Kampfhunde”.  Ein Hund war, als er ganz frisch bei uns eingezogen war, einmal unter dem Zaun durch und hat die Hasen angeschaut. Wenige Sekunden später war ich aber auch über dem Zaun, hab ihn geholt, mich entschuldigt und den Zaun gesichert dass das eben nicht passieren kann (und es soll auch gar nicht passieren, auch wenn der Hund lammfromm ist).

Alles OK hieß es da noch.  Aber dann schnell anschwärzen (und dann abstreiten wenn man sie darauf anspricht). Sehr ärgerlich sage ich euch, vor allem wenn deren Hunde schon mehrfach bei uns eingedrungen sind und einer von denen meinen alten Hund auch schon heftig gebissen hatte. Aber das ist ganz was anderes.

Mit Kampfhunden erlebst du also täglich Rassismus. Das, was im normalen Leben nicht sein darf (hey, das sind nur Einzelfälle, nicht alles Flüchtlinge / Afghanen/ Syrer/ Schwarzen etc sind so) wird bei diesen Hunden umso lieber angewandt. Alle werden in Sippenhaft genommen, auch wenn sich das nicht wirklich rechtfertigen lässt. Hier sind immer alle gleich, da gibt es dann keine Einzelfälle. Und da der Staat spiel das fleißig mit, erstellt diskriminierende Gesetze für Kampfhunderassen und bastelt Listen, Verbote und Verordnungen.

Am Ende geben dann gar nicht so wenige auf und  ihre Hunde ins Tierheim (wenn sie Glück haben).

Schade.

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Listenhund anschaffen

Wie man ja weiß nennen ich einen Listenhund der Kategorie 2 mein eigen – ein Tier was ich wirklich liebe und ich würde noch viele weitere dieses Art aufnehmen, wenn es denn ginge.

Ich lese auf den gängigen Seiten bei Facebook unter den zu vermittelnden Hunden immer wieder den Wunsch, einen solchen Hund sein eigen zu nennen. Das liegt aber oft mehr am Ausssehen oder der Rasse und die wenigsten haben sich wirklich damit auseinandergesetzt  was es bedeutet, einen solchen Typ Hund zu übernehmen.

Du willst also  einen Listenhund und wohnst nicht in einem der beneidenswerten Bundesländer die keine Rasseliste haben?

Dir sollte im Vorfeld klar sein dass das richtig Geld kostet…(hier am Beispiel Bayern):

  1. Anschaffung: Tierheime nehmen im Schnitt 350 Euro Schutzgebühr (völlig zurecht übrigens)
  2.  1. behördlicher Bescheid bei der Anmeldung in der Gemeinde dass Dein Hund einen Wesenstest / Gutachten braucht – 150 Euro
  3.  Wesenstest – etwa 250 Euro (abhängig vom Aufwand auch mehr)
  4.  2. Bescheid dass der Hund (hoffentlich) von allen Auflagen befreit wird (Negativzeugnis) – bis zu 400 Euro
  5.  Hundesteuer: Abhängig von der Gemeinde, aber im Schnitt leicht 200 Euro pro Jahr, in den Städten auch gerne um die 1000 Euro.
  6. Haftpflichtversicherung für Hundehalter (50-100 Euro)

Das sind mal ganz leicht 1200 Euro die in den ersten 3 Monaten fällig werden.

Dazu kommen die Tierarztkosten die für so einen in der Regel nicht kleinen Hund auch nicht wirklich gering sind, Hundeschule / Vorbereitungen für den Wesenstest, ggf. notwendige Maßnahmen das Grundstück zu sichern usw.

Und der Wesenstest, so seltsam wie das klingen mag, muss oft auch bei einem Umzug neu gemacht werden (auch wenn es nur ins Nachbarhaus wäre) – was zwar in der Auslegung der Gemeinde liegt, aber viel Nachsicht braucht man sich mit einem Listi nicht erhoffen – das sind dann wieder mal 600 Euro.
Bei einem Umzug in eine andere Gemeinde ist das auf jeden fall notwendig…

Zudem sollte jedem klar sein dass diese Tiere sehr anspruchsvoll sind.  Nicht unbedingt der Hund selber, aber der Aufwand den man betreiben muss. Ein Listenhund steht pauschal unter Verdacht, deswegen muss er alles besser machen, wirklich hören und der Besitzer ist gefordert, die Lage immer richtig einzuschätzen und zu kontrollieren (und das ist oft leichter gesagt als getan).

Es sind schöne Tiere, aber auch starke, oft sehr eigenwillige (aber unglaublich liebenswerte) – man sollte sich auch vorher überlegen ob man denn auch körperlich so einen Hund unter Kontrolle bringen kann – es ist halt wirklich anstrengend (was aber natürlich mit genügend Zeitinvest und Ehrgeiz alles zu lösen ist – nur muss man beides erst mal haben).

Die Heime sind voll von Tieren deren Halter sich über all das nicht im klaren waren. Oder meinten sie seien schlauer und ihre Hunde als was weiß ich angegeben haben.

Überlegt Euch also wirklich gut was ihr tut und ob ihr euch das wirklich Leisten könnt – vor allem den Tieren zu liebe.

Schlecht versichert mit der Axa Tierhalterhaftpflicht

Wer einen Hund hat (oder ein anderes Tier welches sich frei bewegen kann) ist gut beraten sich eine Haftpflichtversicherung zuzulegen, schließlich geht von einem Hund eine gewisses Gefahrenpotential aus und er könnte andere Menschen in irgendeiner Form schädigen, was letztlich ziemlich ins Geld gehen kann.

Bisse sind sicher das woran man als erstes denkt, aber da kann noch viel mehr passieren. Man denke nur wenn die Fellnase einfach auf die Straße rennt und dort einen Unfall verursacht…

Aber, neben diesen hässlichen Situationen kann das geliebte Tier auch in der gemieteten Wohnung Schaden anrichten und auch da greifen die Tierhalterhaftpflichtversicherungen, wenn sie denn den passenden Passus haben das Schäden an Mietsachen mitversichert sind.

Denkt man zumindest.

Ich hatte meinen im Dezember verstorbenen Hund Nemo bei der Axa versichert. Dort sind Mietsachen mit enthalten.

11 Jahre waren wir dort, haben brav jede Beitragserhöhung geschluckt die diese Versicherungsgesellschaft zur teuersten in allen Vergleichen gemacht hat. Aber hey, falls mal was passiert ist man ja abgesichert.

Nun war es so, dass Nemo zum Ende hin offenbar die Eingangstür von innen zerkratzt hat. Vermutlich weil er raus wollte wenn jemand kam.

Da der Eingang recht schlecht ausgeleuchtet ist blieb das auch einige Zeit unbemerkt, als es aber auffiel habe ich Nemo dann nicht mehr an die Tür gelassen. Kurz darauf starb er dann auch leider und ich habe den Schaden gemeldet damit dieser reguliert wird.

Tja, da kommen dann ein Gutachter, macht Fotos und was sagt dir die Axa dann frech? Das ist eine übermäßige Abnutzung, die ist nicht versichert.
Ach ja? Wozu habe ich eine Versicherung die eben solche Schäden abdecken soll? Ist ja nun nicht so dass wir den Hund wissentlich die Tür haben beschädigen lassen, das war in einem sehr kurzen Zeitraum (und zudem galt da die Sorge dem Hund).

Letztlich kann sich über diesen Passus die Axa aus fast jeder Regulierung rausreden, wenn nicht gerade was umfällt und zerbricht, aber sicherlich finden die da auch irgendwas was sie rettet.

Von daher, ich würde dringend von der Axa abraten und ganz sicher, da haben wir keine einzige Versicherung mehr.