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Bild Zeitungs Adresshandel

Vor einigen Monaten habe ich mich mal dazu hinreißen lassen an einem Gewinnspiel bei der BILD Zeitung mitzumachen (ja, ich bin ein Depp). Leider musste man das der Weitergabe der Mailadresse an deren Sponsoren zustimmen, verbunden mit dem Hinweis dass man das jederzeit widerrufen könne. Also gut, mitgemacht und sofort danach unter der Angegebenen Adresse den Widerruf eingereicht.

Seitdem erreichten mich ich weiß nicht wie viele Mailings und Newsletter die ich alle separat abmelden musste. Die hatten irre viele Sponsoren die mich zuspamten. Toller Deal, BILD Zeitung.

Gestern dann erreichte mich ein Mail vom BILD Gewinnspiel und nein, leider nicht gewonnen, man teilte mir nach nur 2,5 Monaten mit dass mein Wiederspruch eingegangen sei… und dass es noch etwas dauern könnte bis mich auch der letzte aus seinen Verteilern gelöscht hat. Also da mache ich nie wieder bei was mit….

[…]

Ihrem Wunsch vom 27.03.2011 gemäß, in dem Sie die Einwilligung zur Verwendung Ihrer Daten für den Erhalt von Werbung per E-Mail und Newsletter widerrufen und mitteilen, dass Sie keine weitere Werbung oder Newsletter an Ihre E-Mail-Adresse oder Postadresse mehr wünschen, haben wir erhalten.

Bitte finden Sie anbei die Daten, die wir von Ihnen gespeichert hatten.

Ihre Daten wurden über die Teilnahme am Bild […]Gewinnspiel erhoben und gemäß der von Ihnen erteilten Einwilligung und den Teilnahmebedingungen an die Sponsoren des Gewinnspiels weitergegeben.

[…]

Bitte beachten Sie, dass die Löschung Ihrer Daten aus unseren Datenbanken, die Aufnahme in die Sperrliste, die Information der Sponsoren und die Sperrung Ihrer Daten durch die Sponsoren aufgrund der erforderlich werdenden Arbeitsschritte etwas Zeit in Anspruch nimmt. Wir bitten insoweit um Verständnis, dass zwischen dem Eingang Ihres Schreibens bei uns und der Aufnahme in die Sperrliste bzw. der Information der Sponsoren während eines kurzen Zeitraums weiterhin Newsletter oder Werbung per E-Mail oder per Briefpost an Sie versandt werden können.

[…]

Mit freundlichen Grüßen

Ihr mailandsale Team

wie man es besser nicht machen sollte

 

Umstellungen in der IT sind oft komplexe Dinge. Schwierig wird es insbesondere dann, wenn viele Kunden einzubinden sind, die von den Änderungen betroffen sein könnten, in solchen Fällen bedarf es einer guten Vorbereitung und Kommunikation.

Ein mustergültiges Beispiel wie man es so richtig in den Sand setzen kann hat gerade die DKB Bank gezeigt.

Dort wurde neben dem eigentlichen Internetbanking (via Webbrowser) und der Einführung des iTAN Verfahrens zum 01.10 auch das gesamte HBCI Onlinebanking umgestellt (offensichtlich gestern).

Während es zu den ersten beiden Punkten noch eine gute Kommunikation gab, wurde das Onlinebanking ohne jede Info an die Kunden verändert.

Die (Banking) Software meldete in der Regel, dass das Ziel nicht erreichbar war und das war es dann auch schon.

Wer Glück hatte, konnte über die Servicehotline (die leider für den gesamten Bankbetrieb gilt) an das Onlinebankingserviceteam gelangen, aufgrund der Vielzahl der Anrufe gestaltete sich das aber wohl eher schwierig.

Wer die Wartezeit nutzte, konnte unter einem recht gut versteckten Punkt auf der normalen DKB-Seite Hinweise zum Einstellen der Finanzsoftware finden. Da muss man auch drauf kommen an dieser Stelle zu suchen und dann auch zu verstehen, dass es was zu ändern gibt!

Man musste aber in jedem Fall die Hotline bemühen, denn die Benutzerkennungen waren verändert worden (und die HBCI Adresse, die man jedoch in der Anleitung fand).

Aber man war beim Service vorbereitet: Die DKB hatte alle Nutzer in einer gedruckten Liste vermerkt. Jawohl. Nach Namen sortiert. Nicht im PC, gedruckt. Super. Auf die Frage, warum man denn die Umstellung nicht wie den anderen Kram einfach an die betroffenen Kunden kommuniziert habe , dann die erstaunliche Antwort: „Wir wissen ja nicht, mit welcher Software Sie arbeiten und wir glaubten dass die Banking Programme sie darauf hinweisen würden“.

Aha. Glaube ist in der Kirche gut aufgehoben, in der IT sollte man sich aber eher auf wissen beschränken. Und erklärt in diesem Falle leider auch nicht, warum nicht auf Veränderungen hingewiesen wurde. Wie man die Änderungen durchführt, ist ja dann noch mal ein anderer Schuh.

Aber egal, wer nicht das Pech hatte eine falsche Kennung genannt zu bekommen konnte dann probieren wie von der DKB beschrieben die Daten in der Software zu ändern.

Viel Erfolg dürften dabei zumindest die Quicken Nutzer nicht gehabt haben, die Anleitung war nämlich falsch.

Wer dann wieder die Entbehrung auf sich nahm und den Service anrief, eventuell durchkam, wartete und mit einem Mitarbeiter sprach, stellte rasch fest dass die Hotline außer in Listen nachzusehen offenbar für nichts Weiteres geschult war bzw. ebenso falsche Infos erhalten hatte. In diesen Fällen wurde aber wenigstens ein Rückruf von den „Fachleuten“ versprochen. Der vermutlich wegen nicht unerheblicher Auslastung recht lange auf sich warten lassen dürfte. Ich zumindest warte schon seit 09.00 Uhr vergeblich.

Toll gemacht, DKB.